24.05.2014, von Christian Stiller

Standortverlagerte Ausbildung „Phase IV“ des 2. Technischen Zuges

Zu den wichtigsten Aufgaben der Bergungsgruppen gehört es, verschüttete Personen aus eingestürzten Gebäuden zu befreien....

Zu den wichtigsten Aufgaben der Bergungsgruppen gehört es, verschüttete Personen aus eingestürzten Gebäuden zu befreien. Wenn in den Trümmern noch Räume unversehrt geblieben sind, zu denen man allerdings nicht mehr gelangen kann, so kann es erforderlich werden, einen neuen Zugang durch eine noch intakte Wand oder Decke zu schlagen. Leider lassen sich diese Fertigkeiten im Rahmen des Regelausbildungsdienstes nur bedingt üben, da man Häuser, in die man Zugänge schlägt, stark beschädigt. So kommt es, dass der vergangene Ausbildungsdienst für die Helfer des 2. Technischen Zuges etwas Besonderes war.

Die Firma Axel Arnolds GmbH hat den Bergungshelfern erlaubt, ihr zerstörerisches Handwerk in einem Abbruchhaus auszuüben.

Nachdem die Helfer sich mit einem herzhaften Frühstück gestärkt hatten, brachen sie zur Sankt Immakulata Kirche in Borbeck auf. Die Kirche soll in den nächsten Tagen abgerissen werden, so dass sich die Bergungsgruppen nach Herzenslust austoben konnten. Zuerst lernten sie, wie sich die statischen Kräfte in einer Ziegelwand verteilen und worauf man achten soll, wenn man diese durchbricht. Jeder konnte mit seinen eigenen Sinnen erfahren, wie die Wand in Schwingung versetzt wird, wenn man den schweren Aufbruchhammer ansetzt. Auch konnte jeder das Gerät nutzen, um Ziegel aus dem Verband zu lösen. Danach war jedem klar, wieso man eine Ziegelmauer in Form einer Raute durchbricht und in welcher Reihenfolge die Steine am sinnvollsten ausgelöst werden sollten. Nach einer kurzen Pause wiederholten die Helfer die Übung an einer modernen Wand aus Hohlblocksteinen. Hier konnten sie am eigenen Leib erfahren, wie viel komplizierter das Herauslösen aus dem Verband wird, wenn die Steine unter dem Meißel zerbrechen. Doch auch hier konnte die erwünschte Rautenform des Durchbruchs realisiert werden. Des Weiteren war es auch möglich, die kürzlich angeschafften Akku-Schlagbohrmaschinen auf ihre Einsatztauglichkeit zu testen. Nach der ganzen Anstrengung nahmen die Helfer ihr Mittagessen in den Resten der Kirche ein. Am Nachmittag lautete das Thema Deckendurchbrüche. Die Helfer lernten die Bedeutung der Armierung in Stahlbetondecken. Auch die taktisch sinnvollste Position eines Durchbruchs wurde thematisiert. Nach so viel Theorie gelang die praktische Umsetzung im Handumdrehen. Im Nu war ein Deckendurchbruch geschlagen, der groß genug war, um sich mit dem Rollglissgerät durch das Loch abzuseilen. Pünktlich zu Dienstschluss waren die Helfer wieder in der Unterkunft, wo sie die Einsatzbereitschaft wieder herstellten.

Allein dadurch, dass dieser Dienst sich stark von den üblichen Ausbildungsdiensten unterschied, hatten die Helfer nicht nur einen erheblichen Lernerfolg, sondern auch jede Menge Spaß. 


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